Lukas

Lukas wälzt sich unruhig im Bett hin und her, und der Schlaf flieht ihn wie ein treuloser Freund sein Heil in der Ferne sucht. Tote erwachen zum Leben, setzen sich auf seine schmale Brust, schwer wie Blei und rauben ihm die Luft zum Atmen. Sie reden ohne Unterlass, als müssten sie die karge Zeit ihrer Wiedergeburt nutzen. Der Mond scheint ins Zimmer und alle Möbel sind so deutlich zu sehen, als wäre es ein heller Tag.
Er schiebt die Toten von sich und setzt sich hin. Im Spiegel sieht er, dass seine Haare wirr durcheinander wuchern, als wäre er von Teufeln besessen. Seine Augen flackern, und sein Herz schmerzt in der Brust, als brenne es lichterloh.
Langsam schlurft er durch die Wohnung, seine Beine zittern wie ängstliche Grashalme, wenn sich im Sommer ein Gewitter ankündigt. Sein Schlafanzug ist verschwitzt und nass, als wäre er durch einen See geschwommen. Er zieht ihn im Bad aus und reibt sich mit einem Handtuch trocken, Anschließend wankt er ins Wohnzimmer und erblickt dort im Spiegel ein weißes nacktes Gespenst, bis er erkennt, dass er es selbst ist.
Er öffnet die Whiskyflasche und schiebt zwei Schlaftabletten in den Mund, die er mit gierigen Zügen hinunter spült.
Dann setzt er sich vor den Computer und schaltet ihn ein. Er findet Texte von Toten, die zu ihm sprechen, dass die Welt verrückt geworden ist und niemand sie begreifen kann.
In seinem Hinterkopf hämmert ein Schmerz, und er beginnt an irgend welche Frauen Mails zu schrieben, die sich ihm in obszönen Worten anbiedern, dabei schreiben sie in Wahrheit von einem Gott, der alles versteht.
Lukas kann an keinen Gott mehr glauben.
Eine Frau schreibt ihm in glühenden Worten, dass sie bereit sei, alles mit ihm zu teilen, auch die Fahrt in die Hölle.
Irgendwelche Geister öffnen die Fenster und schließen sie wieder, dabei klirrt ihr Gelächter durch die Zimmer.
Er schaltet den Computer aus, und plötzlich fällt die Stille in die Wohnung wie ein großer Stein in einen unendlichen Abgrund. Seine Wahrnehmungen verfeinern sich, und die Wände der Zimmer entfernen sich in die Weite, dass er denkt, seine Wohnung verwandelt sich in ein riesiges Schloss.
Irgendwann fällt er ins Bett und schläft leblos ein wie ein Toter.
Als er am Mittag erwacht, fühlt er sich taub und benommen, als würde er immerzu weiter schlafen.
Die Wohnungsklingel läutet Sturm.
Ächzend bewegt er sich wie im Traum und zieht im Bad einen Bademantel über.
Vor der Tür steht eine schöne Frau und lächelt ihn an.
Wir sind doch zum Schachspiel verabredet, sagt sie, und in ihrem schwarzen Gesicht leuchten die weißen Zähne.
Lukas sieht in ihr einen Geist. Er stammelt.
Okay, ich koche uns erst mal einen Kaffee.
Eine halbe Stunde später eröffnet er die Partie mit dem Königsbauern. Darauf weiß auch Gott keine Antwort, hat er einmal gelesen...
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Die Zukunft gehört...
dann wird man eben Laptops herstellen, die sich wie...
mukono - 25. Mai, 13:10

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